Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Taucha

Erinnerungskultur ist kein Luxus. Sie ist Teil der demokratischen Daseinsvorsorge. 

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau. 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog diesen Tag zum offiziellen Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus. Seitdem gedenkt auch die Stadt Taucha jedes Jahr an diesem Tag der Mitbürgerinnen und Mitbürger und all jener Menschen, die entrechtet verfolgt und ermordet wurden.

In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Tobias Meier die Bedeutung des Gedenkens: „ Demokratie lebt nicht von Sonntagsreden. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen. Auch dann, wenn es unbequem ist. Auch dann, wenn Widerspruch kostet. Jede Generation steht neu vor der Aufgabe, Demokratie zu verteidigen. Keine Generation kann sich darauf ausruhen, dass andere es getan haben."

Das ökumenische Gebet wurde von Pfarrer Nico Piehler (Ev.-Luth. Kirchgemeinde Taucha-Dewitz-Sehlis), Priester Sebastian Kräher (Neuapostolische Kirche Taucha) und Gemeindereferent Andreas Cerny (Katholische Kirche St. Anna Taucha) gehalten. Im Anschluss wurde eine Schweigeminute abgehalten, die durch einen musikalischen Ausklang würdevoll beendet wurde.

Der Gedenktag bot einen wichtigen Anlass, innezuhalten und sich der historischen Verantwortung zu vergewissern. Gemeinsam wurde der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und ein klares Zeichen für eine Zukunft ohne Hass, Rassismus und Diskriminierung gesetzt.